Strände-Guide

Die schönsten Strände Italiens im Überblick

 · 6 Min. Lesezeit

Türkisfarbene Bucht mit weißem Sandstrand und Felsformationen an der italienischen Küste
Beitragsbild: KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die schönsten Strände Italiens verteilen sich auf Sardinien, Apulien, die Amalfiküste und die Ägadischen Inseln vor Sizilien
  • Spiaggia della Pelosa auf Sardinien und Cala Goloritzé zählen zu den fotogensten Küstenabschnitten Europas
  • Die beste Reisezeit für ruhige Strände liegt in den Nebensaisons Mai/Juni und September, da Juli und August überfüllt sind
  • Viele Traumstrände sind nur per Boot, Wanderung oder mit Zufahrtsbeschränkung erreichbar, was Vorausplanung nötig macht

Italien hat mehr als 7500 Kilometer Küstenlinie, und kein anderes Mittelmeerland bietet eine solche Bandbreite an Strandtypen auf so kleinem Raum. Zwischen den weißen Sandbuchten Sardiniens, den Kalksteinfelsen Apuliens und den steilen Klippen der Amalfiküste liegt eine Vielfalt, die selbst häufige Italien-Reisende immer wieder überrascht.

Wer die schönsten Strände Italiens sucht, muss sich nicht auf eine Region festlegen. Die folgende Übersicht zeigt, wo das Wasser wirklich türkis ist, wann Andrang und Ruhe sich abwechseln und welche Zufahrt jeweils nötig ist.

Sardinien: Karibikfeeling ohne Flug in die Karibik

Sardinien gilt unter Strandkennern als die Insel mit dem klarsten Wasser Italiens. Die Spiaggia della Pelosa im Nordwesten bei Stintino ist dafür das bekannteste Beispiel: feiner weißer Sand, flaches türkisfarbenes Wasser und im Hintergrund ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert auf einer vorgelagerten Insel. Seit einigen Jahren ist der Zugang limitiert, im Sommer wird eine Tagesgebühr von rund 3,50 Euro erhoben und die Besucherzahl gedeckelt.

Etwas weiter südlich liegt die Cala Goloritzé, ein Strand, der nur nach einer knapp einstündigen Wanderung durch die Berge des Supramonte oder per Boot erreichbar ist. Ein markanter Felsturm ragt direkt aus dem Wasser, das Meer wechselt hier je nach Lichteinfall zwischen Smaragdgrün und Tiefblau. Wegen dieser Abgeschiedenheit bleibt die Bucht selbst im August vergleichsweise ruhig, allerdings ist die Besucherzahl mittlerweile auf 250 Personen pro Tag begrenzt und eine Anmeldung im Voraus notwendig.

Die Costa Smeralda im Nordosten ist dagegen der glamourösere Teil Sardiniens. Buchten wie die Spiaggia del Principe oder Liscia Ruja liegen zwischen mediterraner Macchia und Granitfelsen, das Publikum ist internationaler, die Preise für Liegestühle und Gastronomie entsprechend höher.

Apulien: Der Absatz des Stiefels mit Kalksteinfelsen

Apulien ist in den letzten zehn Jahren zu einer der gefragtesten Strandregionen Italiens geworden, ohne dabei die Preise der Amalfiküste zu erreichen. Die Baia dei Turchi bei Otranto verbindet Pinienwald direkt mit Sandstrand, das Wasser hat hier eine Türkisfärbung, die eher an die Karibik erinnert als an die Adria.

Weiter südlich, an der Costa dei Trulli bei Polignano a Mare, dominieren dramatische Kalksteinklippen. Die Cala Porto liegt inmitten der Altstadt, gerahmt von Häusern, die direkt an den Felsen kleben. Wer im Sommer springt, tut das oft von den umliegenden Felsvorsprüngen, was Polignano zu einem beliebten Ort für Cliff-Diving-Events gemacht hat.

Die Salento-Halbinsel im äußersten Süden bietet mit Punta Prosciutto einen der wenigen echten Sandstrände der Region, mit feinem Dünensand und flach abfallendem, kristallklarem Wasser.

Amalfiküste: Steile Klippen und dramatische Kulissen

Die Amalfiküste ist weniger für ausgedehnte Sandstrände bekannt als für ihre spektakuläre Kulisse. Die Spiaggia di Fornillo bei Positano ist über einen Küstenweg von der Hauptstrandpromenade aus erreichbar und deutlich ruhiger als der zentrale Strand. Bunte Fischerboote, steile Felswände und Blick auf die Türme aus dem 16. Jahrhundert prägen das Bild.

Weiter östlich liegt Marina di Praia, eine kleine Bucht zwischen zwei Felswänden, die tagsüber Badegäste anzieht und abends zum Ausgangspunkt für Restaurants mit direktem Meerblick wird. Der Zugang erfolgt über eine steile Treppe, was den Strand für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwer erreichbar macht.

Wichtig für die Planung: Die Strände der Amalfiküste sind größtenteils kiesig oder steinig, echte feine Sandstrände findet man dort kaum. Wer weichen Sand sucht, ist in Kampanien eher bei Positanos Nachbarort Sorrent oder auf der Insel Ischia besser aufgehoben.

Ägadische Inseln und Sizilien: Wildes Wasser im Südwesten

Vor der Westküste Siziliens liegen die Ägadischen Inseln, ein Marine-Schutzgebiet, das seit 1991 unter Naturschutz steht. Die Cala Rossa auf Favignana zählt regelmäßig zu den am höchsten bewerteten Stränden Europas. Der Name geht auf eine Seeschlacht aus dem Jahr 241 vor Christus zurück, bei der das Wasser sich rot gefärbt haben soll. Heute ist es glasklar, umgeben von weißen Kalksteinfelsen und ohne nennenswerte Infrastruktur, Sonnenschutz muss selbst mitgebracht werden.

Auf Sizilien selbst liegt die Scala dei Turchi bei Realmonte, eine Klippenformation aus weißem Mergelgestein, die wie eine Treppe ins Meer abfällt. Der Name bezieht sich auf türkische Piraten, die hier im Mittelalter angelegt haben sollen. Der Zugang ist mittlerweile reguliert, da Erosion durch zu viele Besucher ein Problem geworden ist; ein Aufstieg auf die oberste Terrasse ist inzwischen verboten.

Reisezeit, Anreise und praktische Hinweise

Juli und August sind an nahezu allen genannten Stränden die besucherstärksten Monate, mit entsprechend hohen Preisen für Unterkünfte und vollen Parkplätzen. Mai, Juni und September bieten laut italienischem Tourismusverband ENIT vergleichbare Wassertemperaturen bei deutlich geringerem Andrang und gelten als beste Reisezeit für alle, die Ruhe suchen.

Bei abgelegenen Stränden wie Cala Goloritzé oder Cala Rossa lohnt es sich, Anreise und Öffnungszeiten der Fährverbindungen vorab zu prüfen, da sich Fahrpläne je nach Saison ändern und manche Buchten außerhalb der Sommermonate kaum erreichbar sind. Für Buchten mit Besuchergrenze wie Cala Goloritzé empfiehlt sich eine frühzeitige Online-Reservierung, da Tageskontingente in der Hochsaison oft Wochen im Voraus ausgebucht sind.

Wer einen einzigen Strandurlaub mit maximaler Vielfalt plant, kombiniert am besten eine Region mit Sandstrand-Charakter wie Sardinien oder Salento mit einem Tagesausflug zu einer der Felsküsten Siziliens oder der Amalfiküste. So lässt sich die ganze Bandbreite italienischer Küstenlandschaft in einer Reise erleben.

Häufige Fragen

Welcher Strand in Italien hat das klarste Wasser?

Die Cala Rossa auf der Insel Favignana und die Spiaggia della Pelosa auf Sardinien gelten unter Reisenden regelmäßig als die Strände mit dem klarsten Wasser Italiens. Beide liegen in Meeresschutzgebieten mit geringer Bebauung, was zur Wasserqualität beiträgt.

Sind die schönsten Strände Italiens kostenlos zugänglich?

Viele der bekanntesten Strände sind frei zugänglich, einige regulierte Naturschutzgebiete wie die Spiaggia della Pelosa erheben jedoch eine Eintrittsgebühr von wenigen Euro pro Tag. An kommerziell genutzten Abschnitten gibt es zusätzlich kostenpflichtige Liegestuhlbereiche neben freien Zonen.

Braucht man für die Amalfiküste ein Auto?

Ein eigenes Auto ist an der Amalfiküste wegen enger Straßen und knapper Parkplätze eher hinderlich als hilfreich. Die SITA-Busse und Fähren zwischen den Ortschaften sind für die meisten Reisenden die praktischere Alternative.

Welche Region eignet sich am besten für Familien mit Kindern?

Sardinien und die Salento-Küste in Apulien bieten die meisten flach abfallenden Sandstrände, die für Familien mit kleinen Kindern besonders geeignet sind. Die Felsküsten der Amalfiküste und Siziliens sind dagegen wegen Steilheit und Kiesboden weniger kinderfreundlich.