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Die schönsten Orte zum Tauchen – Teil 3: Similan Inseln

Crinoid - CC BY 2.0 Sunphol Sorakul

Die Similan Inseln in der Andamanensee an der Westküste Thailands werden in vielen Publikationen und auf Webseiten als eines der zehn schönsten Tauchgebiete der Welt gepriesen. Mit den neun unbewohnten Inseln und wunderschönen weißen Stränden sind sie Teil des seit 1982 bestehenden Mo Ku Nationalparks. Somit haben sie theoretisch das Potential, leidenschaftlichen Tauchern unvergessliche Tage zu bereiten. Leider hat sich dieses Bild in den letzten Jahren etwas gewandelt. Die Gründe hierfür und Antworten auf die Frage, ob sich Tauchen auf den Similan Inseln dennoch lohnt, sind in diesem Text aufgeführt.

Die ganze Artikelserie:

Teil 1: Tauchen auf Ko Tao
Teil 2: Tauchen auf Teneriffa
Teil 3: Tauchen auf den Similan Inseln
Teil 4: Tauchen in Kenia
Teil 5: Tauchen auf Bali
Teil 6: Tauchen auf den Philippinen
Teil 7: Tauchen auf Madeira

Die Organisation der Tauchgänge

Tauchgänge auf den Similans müssen etwas ausgiebiger geplant werden, als Tauchausflüge direkt vor der Küste Phukets oder Ko Taos. Die Tauchgebiete auf den Similan Inseln befinden sich circa 70 km vom Festland entfernt. Die Fahrt dauert bis zu zwei Stunden und wird aus wirtschaftlichen Gründen von vielen Anbietern bei jeder Wetterlage durchgeführt. Taucher, die Probleme mit rauem Seegang haben, sollten daher darauf bestehen, den Tauchgang zu verschieben. Zudem besteht die Gefahr, dass der Tauchgang gar nicht durchgeführt wird. Da die Anreise relativ lang ist, empfiehlt es sich, eines der zahlreichen Liveaboard Angebote für mehrere Tage wahrzunehmen.

Schattenseiten beim Tauchen auf den Similan Islands

Similans Fische

Die letzten Fischschwärme (2008) CC BY 2.0 Sunphol Sorakul

Die Andamanensee bei den Similan Inseln musste in den letzten Jahren erheblich unter Einwirkungen von Natur und Mensch leiden. Die Auswirkungen spüren insbesondere Schnorchler, aber auch viele Taucher. Zunächst schädigte die Klimaerwärmung und die Folgen El Ninos die Unterwasserwelt im Jahr 2010 so stark, dass sogar einige Tauchgebiete auf den Similan Inseln geschlossen werden mussten. Die Wassertemperatur stieg auf 33 Grad Celsius an, was zu einer dramatischen Korallenbleiche geführt hat. Darüber hinaus wird in der Region auch immer noch großflächig gefischt – trotz Nationalpark. Insbesondere in der Nacht wimmelt es stellenweise von Fischerbooten. Und schließlich haben auch die jahrelangen Lobeshymnen auf die Similan Inseln als Tauch- und Schnorchelgebiet schädliche Auswirkungen auf die Region gehabt. Zwar haben sich noch keine Hotels niedergelassen, doch der Massentourismus ist in Form von Tagesausflüglern eingezogen. Je nach Saison und Tageszeit kann es in den Gewässern um die Inseln ziemlich voll werden. So ist das Unterwassererlebnis beim Tauchen auf den Similan Inseln eher begrenzt. Ein Meer voller farbenfrohen und lebender Korallen, sowie große Fische dürfen leider nicht erwartet werden.

Lichtblicke für Taucher

Glücklicherweise sind auch viele Pluspunkte bezüglich des Tauchens auf den Similan Inseln zu vermerken. So ist bereits eine deutliche Zunahme neuer und gesunder Korallen zu verzeichnen. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis sich das Ökosystem komplett erholt hat, aber der Trend ist vielversprechend. Insbesondere erfahrene Taucher können beeindruckende Tauchgänge erleben, da die Korallen in größeren Tiefen kaum beschädigt sind. Zudem gibt es für fortgeschrittene Taucher interessante Felsformationen unter Wasser mit Swim Throughs.

Fazit: Similans – Traum oder Alptraum?

Ein Tagesausflug zum Tauchen auf die Similan Inseln von Phuket aus lohnt derzeit wahrscheinlich nicht. Wer allerdings etwas mehr Zeit mitbringt und Liveaboard bucht, wird wertvolle Eindrücke sammeln können. Schließlich kann die Strömung recht stark sein, sodass Anfänger sich vorab genau erkundigen sollten. Eine andere Alternative ist vorerst Tauchgänge um Phuket und Ko Phi Phi durchzuführen. Dies gibt dem Meer Zeit sich zu erholen und in wenigen Jahren können die Similan Inseln vielleicht auch ihrem Ruf wieder gerecht werden.