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Sandsammler

bambe1964 CC BY-ND 2.0

Schon mal von Arénophilen gehört? „ÄÄÄH, ÖMMM …NÖÖÖ?“ werden wohl die meisten auf diese Frage entgegnen. Ausgenommen vielleicht der interessierte SträndeGuide-Leser. Denn wer seine Zeit gerne am Strand verbringt (Und wer das nicht tut, benutzt jetzt bitte den Button mit dem Pfeil ganz oben Links im Browser), der fühlt sich offenbar wohl im Sand und gehört damit selbst zu den Arénophilen. Also zu denjenigen Menschen, die Sand mögen. Während diese Leidenschaft bei manchen damit endet, gelegentlich mal die Füße im Sand zu vergraben, gibt es aber auch einige, die den Sand abfüllen, mit nach Hause nehmen und archivieren. Die Rede ist von Sandsammlern.

Ich war eigentlich auf der Suche nach Informationen über die Sandbeschaffenheit der Strände dieser Welt. Insbesondere die durchschnittlichen Korngrößen wären interessant gewesen, um hier im Blog mal etwas darüber schreiben zu können, wo auf dieser Welt es denn nun die wirklich allerfeinsten Sandstrände gibt. Die schlechte Nachricht: Brauchbare Informationen darüber gibt es scheinbar nicht im Netz. Die gute Nachricht: Ich werde wohl alle Traumstrände höchstpersönlich hinsichtlich ihrer Korngröße inspizieren müssen. Meine Allgemeinbildung wurde signifikant erweitert. Bis dato hatte ich nämlich noch nie etwas von Sandsammlern gehört. Geschweige denn wusste ich, wie viele Webseiten zu diesem Thema bereits im Netz existieren. Eine davon ist die von Daniel Helber: www.sand.world (Danke nochmal für die nette E-Mail und Ihre Einschätzung zu meinem Korngrößen Problem 🙂 )

Sandmänner im Netz

Also was machen Sandsammler? Sie sammeln Sand, ja. Aber wie bei allen Sammlungen geht es natürlich auch darum, wer die größte, schönste, vollständigste und best-organisierteste Sammlung hat. Außerdem will eine schöne Sammlung natürlich auch präsentiert werden. Und da kommt das Internet ins Spiel. Eine Website bietet sich einfach perfekt an, um mit anderen Sandsammlern in Kontakt zu treten, um Sandproben zu tauschen, um sich zu präsentieren u.s.w. Ich war schon ein wenig beeindruckt, wie Komplex das Thema Sand sammeln sein kann. Da werden Fotos von Sandproben eingescannt, Karten mit Fundorten erstellt oder Proben nach verschiedenen Kategorien der Fundorte klassifiziert. Neben schnöden Strandsandproben werden die Sande beispielsweise auch von Gletschern oder Meteoriten entnommen. Aber die Krönung ist wohl, sich bei „Wetten, dass?“ anzumelden und darauf zu wetten, 250 Orte an ihrem Sand zu erkennen. Ok, das ist inzwischen schon neun Jahre her. Trotzdem nochmal Herzlichen Glückwunsch, Herr Helber, für die gewonnene Wette!

Vorsicht: Strände sind auf Sand gebaut!

Wer jetzt überlegt, sich ein neues Hobby anzulegen – eine Kehrseite gibt es natürlich auch. Denn man stelle sich vor, jeder Tourist würde nur 100 mg Sand pro Urlaub mit nach Hause bringen. Bei 10 Millionen Mallorca Besuchern jährlich hieße das, dass 1000 Tonnen Sand Jahr für Jahr von der Insel verschwinden würden. Und Sandschwund ist ohnehin ein weit verbreitetes Problem. Aus diesem Grund ist es in einigen Ländern auch gesetzlich verboten, Sand als Souvenir mit nach Hause zu nehmen 🙁