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Reisegepäck im Flugzeug – Das Chaos der Gepäckbestimmungen durchschauen

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Darf ich meinen Koffer umsonst einchecken? Wie schwer darf das Freigepäck sein? Welches Höchstgewicht darf kein Gepäckstück überschreiten? Und was ist mit den Abmessungen? Gelten Surfbrett, Fahrrad oder Kinderwagen als Gepäckstück oder werden sie womöglich gar nicht transportiert? Welche besonderen Vorschriften gelten bei einem Flug in die USA? Fragen, die sich Flugreisende immer wieder stellen. Denn was im letzten Urlaub gegolten hat, ist auf der nächsten Reise ganz bestimmt wieder anders geregelt.


Das Reisegepäck im Flugzeug, auch als Fluggepäck oder aufzugebendes Gepäck bezeichnet, ist das Gepäck, welches nicht mit in die Kabine genommen werden darf. Es muss vor dem Flug am Check-in-Schalter aufgegeben werden. Je nach Airline, Größe und Gewicht der Gepäckstücke fallen dabei zusätzliche Gebühren an. Wie beim Handgepäck, kann man auch für das Reisegepäck alle Einzelheiten in den Gepäckbestimmungen der Fluggesellschaft nachlesen.

Gepäckbestimmungen der Airlines abfragen

Wer die Reise bereits gebucht hat und sich absichern möchte, was zu welchen Konditionen mitgenommen werden darf, kommt nicht umher, sich direkt bei der Fluggesellschaft zu informieren. Für die gängigsten Airlines können die Gepäckbestimmungen hier abgefragt werden:

Größe und Gewicht des Reisegepäcks

Das Verstauen des Fluggepäcks im Frachtraum ist ohne Frage eine logistische Meisterleistung. Innerhalb kürzester Zeit müssen Taschen, Koffer und zahlreiche weitere Gegenstände von unterschiedlichem Gewicht und unterschiedlicher Größe verstaut werden. Dabei muss der Platz optimal genutzt und das Gewicht richtig verteilt werden. Außerdem dürfen zerbrechliche Gegenstände nicht beschädigt werden, ganz zu schweigen von lebenden Tieren, wie Hund oder Katze, die (oft ab einer bestimmten Größe) nur im Frachtraum mitreisen dürfen. Und um den engen Zeitplan einzuhalten, ist es enorm wichtig, dass die Mitarbeiter der Gepäckabfertigung reguläre Gepäckstücke problemlos alleine heben und verstauen können. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen ist das erlaubte Gewicht eines Koffers bei allen Airlines nach oben beschränkt. So gilt in zahlreichen Ländern eine Arbeitsschutzregelung, die nicht mehr als 32 kg pro Gepäckstück zulässt. Trotzdem sollte man sich vorab informieren, welche Gewichtsobergrenze für den gebuchten Flug gilt.

Im Gegensatz zum Maximalgewicht gibt es bei fast allen Airlines auch die sogenannte Freigepäck-Regelung. Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten. Je nach Airline, Flugklasse und Flugziel darf mehr oder weniger Gepäck kostenfrei mitgenommen werden. Sowohl das Gewicht, als auch die Größe und Stückzahl sind i.d.R. limitiert. Außerdem kommt es vor, dass Kinder eine geringere Freigepäckgrenze als Erwachsene haben. Grund für diese Feilscherei um einzelne Kilos sind vor allem die Kosten, die jedes Gepäckstück verursacht. Achtlos bis zum Rand vollgepackte Koffer kosten teures Kerosin. Besonders bei den Billigfliegern spiegelt sich das in der Preisstrategie für Gepäckbestimmungen wieder. Ryanair beispielsweise rechnet jedes Gepäckstück ab. Freigepäck gibt es nicht.

Nützliche Links:
Shopping Tipp für extra-stabile Samsonite Koffer
Aufschlussreicher Artikel zum Thema Arbeitsbelastung des Abfertigungspersonals

Übergepäck

Um die Verwirrung komplett zu machen: Unter Umständen darf sowohl das Freigepäck als auch die Gewichtsobergrenze überschritten werden. Wer Gepäckstücke über 32 kg transportieren will, kann sich bei seiner Airline erkundigen, ob es möglich ist, das Gepäck als Fracht zu transportieren. Außerdem gilt für bestimmte Gegenstände ein abweichendes Maximalgewicht. Mobilitätshilfen, wie Rollstühle dürfen evtl. schwerer sein, als gewöhnliches Gepäck (siehe Gepäckbestimmungen der Airline). Überschreitet man hingegen nur die Vorgaben für das Freigepäck, kann man es i.d.R. für eine Übergepäck-Gebühr trotzdem problemlos einchecken. Hierbei muss beachtet werden, dass manche Airlines bestimmte Gegenstände wie Sportausrüstung oder Kinderwagen trotz größerer Abmessungen als Freigepäckstück durchgehen lassen. Für gewöhnliche Koffer und Taschen wird es aber i.d.R. teuer. Man sollte sich auf jeden Fall vorab über die Gebühren informieren und seine Gepäckstücke abwiegen. Wenn man etwaiges Übergepäck nicht erst am Flughafen sondern online von zu Hause bucht, kann man oft noch ein paar Euros sparen.

Extra Tipp: Oft kann man sich die Gebühren für Übergepäck sparen, indem man seine Reiseutensilien auf das Handgepäck umverteilt. Gerade bei kurzen Urlauben kann man unter Umständen ganz auf sein Fluggepäck verzichten, wenn man das Handgepäck bis zum Limit vollpackt. Mehr dazu hier.

Sportgepäck

Sportgeräte müssen oft vor Reiseantritt telefonisch angemeldet werden. In Einzelfällen (Easyjet) gibt es auch die Möglichkeit während des Buchungsvorgangs ein Sportgerät auszuwählen. Die Kosten sind jedoch nicht immer gleich. Bei den meisten Anbietern gilt: Falls sich die Sportausrüstung im Rahmen der Freigepäck-Grenze bewegt, kann sie umsonst mitgenommen werden. Das ist natürlich selten der Fall. Insbesondere in der Economy Class ist oft nur ein Gepäckstück gratis. So ist das Freigepäck i.d.R. schon mit einer Tasche für den täglichen Bedarf abgedeckt. Wer darüber hinaus noch eine Golftasche, ein Fahrrad oder ein Surfbrett mitnehmen möchte, zahlt den regulären Tarif für ein zusätzliches Gepäckstück. Allerdings wird bei den Abmessungen für Sportgepäck oft ein Auge zugedrückt. Auch wenn ein Koffer in seinen Abmessungen 158 cm nicht überschreiten darf (= Länge + Breite + Höhe), erlaubt die Airline evtl. ein Surfbrett mit bis zu 300 cm Gesamtumfang und behandelt dieses als reguläres Gepäckstück. Andere Fluggesellschaften hingegen haben für die gängigsten Sportgeräte eine Preisliste erstellt. Hier wirkt sich aber wiederum oft die Flugstrecke auf den Preis aus. Ebenso, ob man von zu Hause aus oder am Schalter bucht.

Von einheitlichen Regelungen kann also nicht die Rede sein. Beispielsweise kann man bei Air New Zealand ein Surfbrett (Wellenreiten) selbst als Economy Reisender für 55 Euro (20 Euro innerhalb Neuseelands) mitnehmen. American Airlines oder Delta verlangen für den Service 135 Euro.

Vorschriften auf Flügen in die USA

Bei Reisen in die USA sollten einige Dinge beachtet werden, nicht nur beim Handgepäck sondern auch beim packen des Fluggepäcks. Wer z.B. seinen Koffer oder seine Tasche abschließt muss damit rechnen, dass Mitarbeiter der Transportation Security Administration das Gepäckstück gewaltsam öffnen, um den Inhalt auf Gefahrgüter zu durchsuchen.

Außerdem dürfen folgende Gegenstände nicht im aufzugebenden Gepäck mitgenommen werden:

  • Fackeln
  • Sprengstoff
  • Tränengas
  • Bestimmte leicht entflammbare Flüssigkeiten und Feststoffe (z.B. Benzin, Farben, Lacke)
  • Bestimmte Chemikalien für den Haushalt (z.B. Bleichmittel, Abflussreiniger, Lösungsmittel)
  • Feuerzeuge und Streichhölzer
  • Druckbehälter wie z.B. Sprühdosen

Die vollständige Liste (in englischer Sprache): www.tsa.gov/travel/security-screening/prohibited-items