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Kostenfalle „Parken am Flughafen“

Parken am Flughafen
Julian♦H CC BY-ND 2.0

Jeder weiß, dass das Parken am Flughafen teuer ist. Verärgert sind die meisten Urlauber trotzdem jedes Jahr auf’s Neue. Denn die hohen Parkplatzgebühren sind für viele nicht nachvollziehbar. Wer zum Beispiel in den 2-wöchigen Urlaub ab Dortmund startet und dort das exklusive Priority Parking Angebot erwischt, zahlt satte 543 Euro allein für’s Parken. Jeder im Umkreis von bis zu ca 150 km könnte da bequem mit dem Taxi anreisen und sogar noch Geld sparen. Hier wird ganz offensichtlich die Unwissenheit der Reisenden ausgenutzt und zu Geld gemacht. Insbesondere beim Parken am Flughafen gilt: Wer etwas Zeit investiert, spart eine Menge Geld!

Wie kommt es zu den hohen Preisen?

An fast allen größeren Flughäfen ist das Parkplatzangebot perfekt an die Nachfrage angepasst. Wie aus dem Ökonomie-Lehrbuch werden Angebote und Preise so gestaltet, dass der Gewinn maximiert wird. Dazu werden möglichst viele Parkmöglichkeiten angeboten, die sich jedoch in einigen Merkmalen unterscheiden. Schließlich wird, entsprechend der Nachfrage, der Preis für jeden Parkplatz individuell gesetzt. Im Klartext heißt das:

Bequemlichkeit kostet: Je näher der Parkplatz am Terminal gelegen ist, desto teurer. Dasselbe gilt für die Recherche vorab. Wer gänzlich uninformiert zum Flughafen fährt, landet fast wie von Geisterhand am Parkhaus direkt neben dem Terminal und zahlt entsprechend viel. Wer dagegen schon von zu Hause bucht, wird oft mit Frühbucherrabatten belohnt. Und natürlich stehen informierten Reisenden noch viele weitere Parkmöglichkeiten zur Verfügung, die etwas abgelegener platziert sind. Es gibt noch zahreiche weitere Beispiele, die alle dasselbe Prinzip beschreiben: Auch bei der Parkplatzsuche muss man sich sein Geld mühsam verdienen.

Wie trotzdem gespart werden kann

Leider können wir hier keinen Geheimtipp geben, wie man ganz ohne Mehraufwand Parkgebühren sparen kann. Allerdings macht sich die Mühe fast immer bezahlt, gerade bei knapper Urlaubskasse.

Von zu Hause aus buchen

Vor allem wegen der bequemen Vergleichsmöglichkeit vom heimischen Rechner aus, aber ebenso wegen etwaiger Frühbucherrabatte ist das die erste Regel. Wer unter Zeitdruck am Flughafen auf Parkplatzsuche geht, zahlt immer drauf.

Auf private Parkplätze ausweichen

Abseits des Flughafengeländes liegen meist alternative Parkplätze von privaten Anbietern. Diese sind noch einmal deutlich günstiger als die offiziellen. Das liegt zum einen an der Entfernung zum Flughafen. Zum anderen daran, dass sie schlechter zu finden sind. Es fehlt die prominente Beschilderung und auf der Website des Flughafens sind sie ebenfalls nicht zu finden. Webseiten wie Parkplatzvergleich.de schaffen hier inzwischen Abhilfe und listen die privaten Anbieter flächendeckend auf. Der Transfer zum Flughafen ist i.d.R. gut organisiert. Regelmäßig fahrende Shuttlebusse bringen die Gäste hin und holen sie wieder ab.

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Da auch der militanteste Verfechter des Selberfahrens bei einer Flugreise in ein öffentliches Verkehrsmittel, nämlich das Flugzeug, steigen muss, liegt es nahe, auch mal ganz auf das Auto zu verzichten. Statt teuer für den Flughafenparkplatz zu zahlen und dann auch noch für den Shuttle Transfer zum Terminal, lohnt es sich unter Umständen, die komplette Strecke mit den Öffis zurückzulegen. Man müsste ja ohnehin umsteigen und sich ein einen Bus setzten. Je nach Flughafen hält der Zug, die S- oder U-Bahn oder aber eine Buslinie in unmittelbarer Nähe vom Terminal. Günstiger geht’s nicht. Und darüber hinaus spart man sich den Stress einer ungewissen Verkehrslage. Wer es ganz bequem haben möchte, ruft ein Taxi. Im Gegensatz zu den Parkgebühren der Flughafenparkplätze in erster Lage kann man auch hier noch etwas einsparen. Zumindest bei entsprechend langen Reisezeiten und/oder kurzen Wegen zum Flughafen.

Öffentliche Verkehrsmittel und PKW nutzen

Sehr verbreitet, besonders bei Bus- und Bahn-Muffeln, ist die Praxis, das Auto im angrenzenden Wohngebiet des Flughafens umsonst abzustellen und die letzten Meter mit dem Taxi zu fahren. Je nach Flughafen kann das eine gute Idee sein. Man sollte jedoch bedenken, dass Anwohner in der Hochsaison darunter zu leiden haben. Außerdem sollte man die Gegend bereits kennen, um nicht in letzter Minute vergeblich nach einem Parkplatz suchen zu müssen.

Günstigen Flughafen wählen

Zugegeben, die Idee, seinen Abflughafen von den Parkgebühren abhängig zu machen, klingt schon etwas schräg. Bei einem 2-wöchigen Aufenthalt kann sich das aber schon lohnen. Wer beispielsweise in Düsseldorf direkt am Terminal parken möchte zahlt 466,30 Euro. Am nur 145 km entfernten Paderborner Flughafen kostet das vergleichbare Ticket nur 78 Euro.* Mit der Ersparnis von 388,30 Euro könnte man auf vielen Reisen an’s Mittelmeer eine Person zusätzlich in den Urlaub schicken. Und selbst zwischen den beiden Berliner Stadtflughäfen Tegel und Schönefeld liegt eine Preisdifferenz von 156 Euro.*

*Die Preise gelten jeweils für den Zeitraum 6.8.-20.8.2016.