strände guide

Meerblick bei der Hotelbuchung – Was muss ich beachten?

Sommer, Sonne, Strandhotel … wenn schon Urlaub, dann richtig. Dann darf es auch ein Zimmer mit Meerblick sein. Oder nicht? Ok, ein Zimmer mit Meerblick kostet, je nach Lage, Hotel und Saison zwischen 10 und 30 % mehr als ein vergleichbares Zimmer „nach hinten raus“. Nun weiß mittlerweile sicher jeder Pauschalurlauber, dass die Formulierungen im Katalog des Reiseveranstalters mit Vorsicht zu genießen sind. „Meerseite“ bedeutet eben nur „Meerseite“. Mit diesem Attribut könnte sich theoretisch auch jedes Zimmer in Berlin schmücken, dessen Balkon in nördlicher Richtung liegt.

Definition Meerblick

Laut allgemeiner Auffassung muss von einem Hotelzimmer, welches mit Meerblick angeboten wird, das Meer auch tatsächlich zu erblicken sein. Eine vage Ahnung vom Meer, verbunden mit halsbrecherischen Verrenkungen auf dem Balkon gilt nach deutscher Rechtsauffassung nicht als Meerblick. In den Reisekatalogen finden sich auch Formulierungen wie: „seitlicher Meerblick“ oder: „eingeschränkter Meerblick„. Hier sollte der Reisende davon ausgehen, dass er eher in das gegenüberliegende Hotelfenster schaut als auf den Ozean. Was, aber wenn Meerblick gebucht ist, und der Veranstalter, aus welchem Grund auch immer kein Zimmer mit den gebuchten Eigenschaften zur Verfügung hat? Dann gilt es, gegenüber dem Reiseveranstalter Forderungen wegen entgangener Urlaubsfreuden geltend zu machen. Bezahlt ist bezahlt. Und wenn zugesicherte Eigenschaften nicht erfüllt werden, dann gibt es Geld zurück. So sehen das auch deutsche Gerichte und sprechen geprellten Urlaubern entsprechende finanzielle Entschädigungen zu (siehe hier). Die „Frankfurter Tabelle“ (Link) dient dabei allgemein als Maßstab für eine angemessene Reisepreisminderung.

Meerblick – für und wieder

Daheim auf der Couch klingt Meerblick ja erst mal verlockend. Abends bei einem Sundowner dem Rauschen der Wellen lauschen und vom Balkon aus zusehen, wie die Sonne glutrot am Horizont versinkt, Urlaubsromantik pur. Vor Ort im Hotel sieht es leider viel zu oft ganz anders aus. Zwischen dem Hotel und dem Meer kann alles Mögliche liegen. Da wäre zum Beispiel die Uferpromenade, wo Abend für Abend laute Musik aus Bars und Kneipen schallt, betrunkene Touristen bis spät in die Nacht zechen und sich grölend auf den Heimweg machen. Oder der ach so schicke Yachthafen, wo nachts der Wind durch die Masten der Segelboote heult und schlagende Leinen für eine unverwechselbare Geräuschkulisse sorgen. Auch der malerische kleine Fischerhafen verliert schnell seinen Charme, wenn morgens um drei mit hupenden Gabelstaplern Eis und Fischkisten auf die auslaufenden Schiffe geladen werden. Eine Schifffahrtsroute oder einen Handelshafen direkt vor der Nase zu haben dürfte dem ersehnten Meerblick ebenso seine Romantik rauben. Auch das Meer selbst kann, bei entsprechender Wetterlage, mit donnernder Brandung und fliegender Gischt den Wunsch aufkommen lassen in ein Zimmer auf der abgewandten Seite umzuziehen.