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Heiraten am Strand in Deutschland

chauromano CC BY 2.0

Mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund und Sand unter den Füßen zu heiraten können sich immer mehr Menschen gut vorstellen. Neben der Romantik der Kulisse ist es auch die Exotik des Ortes, die Heiratswillige anzieht. Gerade für eine lang vorbereitete Hochzeit darf es schließlich gern etwas anderes sein als das örtliche Standesamt. Viele deutsche Gemeinden, die am Nord- oder Ostseestrand liegen, haben sich auf die Brautpaare eingestellt und ermöglichen die Verwirklichung des Traums von der Strandhochzeit.

Situation in Deutschland

Wer in Deutschland am Strand heiraten möchte, muss ein paar Dinge berücksichtigen: Zunächst einmal heißt standesamtlich zu heiraten nichts anderes als „auf dem Amt“ zu heiraten. Für alle Paare, die kirchlich heiraten wollen, ist dieser Akt ohnehin nur ein Formalität, denn die eigentliche Zeremonie soll, dem Glauben entsprechend, in einer Kirche stattfinden. Doch der Anteil deutscher Paare, die keine kirchliche Trauung wünschen, wird immer größer. Und so rückt zwangsläufig auch der Wunsch nach einer romantischen Umgebung für den ganz großen Tag in den Vordergrund. Doch können Standesämter diesem Wunsch gerecht werden? Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht: Standesamtliche Trauungen müssten in geschlossenen Räumen stattfinden. Im Gesetz heißt es dagegen nur:

Die Eheschließung soll in einer der Bedeutung der Ehe entsprechenden würdigen Form, die dem Standesbeamten eine ordnungsgemäße Vornahme seiner Amtshandlung ermöglicht, vorgenommen werden.

Tatsache ist, dass Standesämter bei einer Trauung einiges zu beachten haben. Beispielsweise muss gewährleistet sein, dass die Eheschließung nicht öffentlich ist und auch durch nichts und niemand von außerhalb gestört werden kann. Vor allem im Sinne des Datenschutzes sollen Hochzeiten immer in geschütztem Rahmen stattfinden. Aus diesen Gründen sind Hochzeiten am Strand für die Standesämter bedeutend aufwendiger in der Organisation. Immer öfter wird trotzdem dem Wunsch nach einer Hochzeit im Freien nachgekommen, indem beispielsweise Trauungen in Pavillons oder Leuchttürmen am Strand organisiert werden. Insbesondere an der Ostsee oder Nordsee kann man durchaus Glück haben und einige wirklich schöne „Trauzimmer“ finden. Meerblick inklusive.

Was jedoch nicht geht: Niemand kann den Ort seiner Vermählung selbst bestimmen. Zumindest bei standesamtlichen Hochzeiten heißt es nachfragen und Glück haben, dass eine Hochzeit am Strand offiziell angeboten wird. Darüber hinaus gibt es jedoch noch einige Alternativen zur standesamtlichen Hochzeit am Strand. Hier ein kurzer Überblick:

Christliche Hochzeit
Die amtliche Beurkundung findet ganz nüchtern im nächstgelegenen Standesamt statt. Für das Jawort geht es dann an den Strand. Der Ort einer christlichen Trauung ist prinzipiell frei wählbar. Vorausgesetzt, man gehört der katholischen oder evangelischen Konfession an (auch gemischte Hochzeiten sind möglich). Allerdings muss man einen Pfarrer oder Pastor finden, der die Trauung am Strand anbietet. Man sollte sich also nicht scheuen, einfach bei einigen Kirchengemeinden in Strandnähe nachzufragen.
Trauung durch freien Theologen
Freie Theologen sind sehr flexibel, was die Wahl Hochzeitslocation angeht. Sie verlangen jedoch ein Honorar für ihre Dienste. Auch hier geht es natürlich zusätzlich noch in ein Standesamt.
Strandhochzeit im Ausland
Ehen können natürlich auch im Ausland geschlossen werden. In Deutschland müssen sie anschließend nur noch registriert werden, um hierzulande anerkannt zu werden. Grundsätzlich sind andere Länder auch weitaus flexibler, was die Wahl des Trauungsortes angeht. Allerdings müssen hier wieder andere Dinge beachtet werden. Mehr dazu (voraussichtlich) in einem der nächsten Artikel auf straende-guide.de.
Private Hochzeit am Strand in Deutschland
Wer ganz flexibel sein möchte, für den lohnt es sich darüber nachzudenken, auf eine offizielle Vermählung am Strand zu verzichten und stattdessen die anschließenden privaten Feierlichkeiten am Strand seiner Wahl stattfinden zu lassen. Das Jawort ist schließlich nur ein Teil der ganzen Zeremonie. Sektempfang, Fotoshooting, Dinner, Hochzeitsrede, Eröffnungtanz und vieles mehr können, in Absprache mit der Gemeinde, am Strand stattfinden.

Hat man schließlich die individuell beste Möglichkeit für seine Traumhochzeit am Strand gefunden, geht es mit der Organisation erst richtig los. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass sich eine Hochzeit an einem Ostseestrand noch etwas planungsintensiver gestaltet, als eine Trauung im örtlichen Standesamt mit anschließender Feier im nächsten Ballsaal.

Typische Überlegungen für die gelungene Hochzeit

Viele Fragen, die sich künftige Brautpaare stellen sollten, sind die selben, die im Prinzip bei allen großen Familienfesten auftauchen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Wie erreichen unsere Verwandten den Ort?
  • Wie sind die Übernachtungsmöglichkeiten?
  • Welche Regelungen sind in Deutschland zu beachten?
  • Wie halten wir es mit den Geschenken?
  • Wer kümmert sich um anwesende Kinder?

Beim Heiraten tauchen zudem spezielle Fragen auf, die zum Teil bereits ein Jahr vor dem großen Tag geklärt werden können. Wer nicht das Angebot eines Hochzeitsplaners in Anspruch nimmt, muss sich selbst um die Organisation bestimmter Traditionen oder Notwendigkeiten kümmern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Was steht an?Wann?
Entscheidung für Termin, sowie zwischen standesamtlich und kirchlich12 Monate vorher
Budget und Gästeliste festlegen12 Monate vorher
Locations für Hochzeitsakt, Feier und Übernachtung reservierenCa. 10 Monate vorher
Garderobe aussuchen, Unterhaltungs- und Fotoprofi buchenCa. 8 Monate vorher
Festmenü absprechen, Anmeldung beim Standesamt6 Monate vorher
Trauzeugen und Trauringe auswählen, Einladungen verschickenspätestens 6 Monate vorher
Urlaub einreichen, Geschenkeliste erstellen, Hotel buchen, Freunde um Unterstützung bitten5 Monate vorher
Hochzeitsfahrzeug organisieren, Ablauf mit Brautjungfern, Trauzeugen etc. besprechen4 Monate vorher
Blumenschmuck und Hochzeitstorte bestellen, Sitzordnung planen2 Monate vorher
Polterabend und Junggesell(inn)enabschied vorbereiten1 Monat vorher

 

Speziell beim Heiraten an einem deutschen Strand zu beachten

Es gibt mehr Möglichkeiten, sich rechtlich verbindlich trauen zu lassen und ein maritimes Fest drumherum zu gestalten, als so mancher vorweg annimmt. Romantische Orte sind etwa Leuchttürme, alte Fischerhütten, Schiffe verschiedener Größen, Halligen oder Seebrücken. Wer direkt am Strand einen Hochzeitsbogen aufstellen möchte, sollte sich überlegen, einen Teppich auszurollen oder vorhandene Bretter (von Stegen, Brücken etc.) zu nutzen. Schließlich wollen Gäste aller Altersklassen einen sicheren Stand haben, wenn sie für das Brautpaar Spalier stehen. Im Hinterkopf sollte man auch haben, dass an deutschen Stränden nicht immer schönes Wetter herrscht. Am besten man hat bereits ein Ferienhaus, das Rathaus oder eine Kapelle in petto, falls es tatsächlich regnet.

Heiraten in der Urlaubsregion Ostsee

Zunehmend werden auch Orte an der Nordsee als Locations für Strandhochzeiten beliebt, aber vor allem für Gäste aus den neuen Bundesländern sind die Orte an der Ostseeküste näher. Für manchen ist ebenfalls wichtig, nicht auf die Gezeiten achten zu müssen. Schön ist beispielsweise eine Hochzeit im skandinavischen Flair von Flensburg oder in der Universitätsstadt Greifswald mit anschließenden Flitterwochen auf einer Segelyacht. Ein unvergessliches Erlebnis für alle Anwesenden kann auch eine Winterhochzeit am Strand der Ostsee sein. Zum Einen kann es leichter sein, in der kühleren Jahreszeit Plätze in Hotels und Restaurants zu bekommen, zum Anderen strahlen die winterlichen Farben der Natur eine besondere Faszination aus. Das ganze Jahr über ist das Hochzeitspaket der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde nutzbar, bei dem der Hochzeitsraum in der Warnemünder Vogtei hergerichtet und für Parkplatz, Musik und andere kleine Details gesorgt wird. Wer sich auch um die meisten der Punkte aus der Tabelle oben nicht oder nicht ohne professionelle Hilfe kümmern möchte, investiert in ein Komplettangebot einer mecklenburgischen Hochzeitsplanerin. Diese kommuniziert für das Brautpaar mit den Institutionen und Anbietern vor Ort und hat jahrelange Erfahrung mit Strandhochzeiten.

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