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Der Strandbesuch im Wandel der Zeit

jinterwas CC BY 2.0

Nichts hat sich so sehr gewandelt, wie die Bademode. Denn die moralischen Grundsätze und damit auch die Bekleidungsvorschriften, vor allem für Frauen, änderten sich erst im Laufe des letzten Jahrhunderts maßgeblich. Die Kleidervorschriften am Strand hatten zur Folge, dass Anfang des 20. Jahrhunderts nur die wenigsten öffentlich schwimmen konnten und wollten. Um 1900 wurden die sogenannten Badekleider etwas kürzer und ab dem Jahr 1920 wurden die ersten Badeanzüge populär. Badeanzüge wurden zu dieser Zeit gesetzlich vorgeschrieben. So musste der Badeanzug den Oberkörper der Frau total bedecken und die Hosen wiesen eine vorgeschriebene Beinlänge ähnlich der Shorts auf.

Erst ab 1928 durften Männer und Frauen gemeinsam zum Baden gehen

Seit dieser Zeit wandelte sich die Bademode immer mehr, vor allem für Frauen und deren Badebekleidung wurde immer weniger Stoff verarbeitet. Die Bademode änderte sich schließlich innerhalb von 100 Jahren radikal. Die Ganzkörper-Verhüllung machte Platz für den Badeanzug. Neben Badeanzügen kamen bald Bikinis in Mode, der Zweiteiler wurde zum Baden und Sonnen getragen. Dabei sollte die Badebekleidung den Körper der Frau immer perfekt in Szene setzen und den Typ der Trägerin zusätzlich unterstreichen. In den 50er Jahren, wurde plötzlich der Bandeau-Bikini an den Stränden weltweit gesichtet. Er zeichnet sich dadurch aus, dass auf Träger entweder ganz verzichtet wird, oder zumindest nur ein Träger zwischen den Brüsten befestigt ist. Seit Kurzem geht es allerdings wieder hin zu etwas mehr Stoff. Der Tankini ist ein absoluter Trendsetter am Strand und macht dem Bikini echte Konkurrenz.

Bei den Männern hingegen gab es weniger modische Evolution. Von der eng geschnittenen Badehose mit Beinen ging es zunächst hin zur Slip Badehose ohne Beine. Schließlich kam dazu noch die  Badeshorts in Mode. Und inzwischen sind an den meisten Stränden alle Varianten, mehr oder weniger gleichermaßen vertreten.

Sonnenschutz schon immer gefragt

Schon sehr früh wurden den Strandbesuchern Strandkörbe zur Verfügung gestellt. Gegen einen kleinen Betrag konnten diese stunden- oder tageweise gemietet werden. Allerdings waren Strandkörbe am Anfang des 20. Jahrhunderts nur den Reichen vorbehalten. Inzwischen können sie von allen Menschen gleichermaßen gemietet werden. Eine „gesunde“ Bräune wurde seit Mitte letzten Jahrhunderts immer populärer. So kam es, dass zwischen den Strandkörben und Familien in Strandmuscheln auch immer mehr Badegäste auf Handtüchern oder Strandlaken gesichtet wurden. Auch diejenigen, die sich am liebsten nahtlos braun sehen wollen und ganz auf Badekleidung verzichten, wurden immer zahlreicher. FKK Strände wurden ausgewiesen, um die Prüden von den Freizügigen zu trennen. Ganz ohne Sonnenschutz geht es jedoch inzwischen nicht mehr. Um sich vor dem aggressiven UV-Licht zu schützen, nutzen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Strandbesucher eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Dieser Umstand ist dem immer stärkeren Gesundheitsbewusstsein, aber zweifellos auch der immer aggressiveren Sonneneinstrahlung zu schulden. Ein Sonnenschirm sorgt außerdem dafür, dass Kinder beim Spielen, sowie Erwachsene beim Relaxen, am Strand den Schatten nutzen können.

Sportliche Aktivitäten am Strand immer beliebter

Die beliebtesten Aktivitäten beim Strandbesuch:

  • Schnorcheln und Tauchen
  • Wasserball
  • Ausflüge mit dem Boot
  • Surfen und Schwimmen
  • Beachvolleyball
  • Sonnenbaden
  • Strandspaziergänge verbunden mit der Suche nach Muscheln und Steinen
  • sonstige sportliche Aktivitäten je nach Angebot

Neben verschiedenen Wassersportarten in der Nähe des Ufers sind Spiele am Strand äußerst beliebt. Während Kinder sich nach wie vor dem Bau von Sandburgen widmen, haben die Erwachsenen zahlreiche Ballspiele im Sand für sich entdeckt. Beachvolleyball ist heutzutage deshalb so beliebt, weil es für ein paar Stunden sportliche Betätigung und Spaß zugleich bringt.

Zahlreiche Annehmlichkeiten am Strand von heute

Die hoch geschätzte Gastronomie in unmittelbarer Strandnähe gab es Anfang des letzten Jahrhunderts praktisch nicht. Inzwischen reihen sich Fischrestaurants an den meisten Stränden der sieben Weltmeere und Verkäufer von Eis, Würstchen oder kleinen Snacks versorgen die Strandbesucher und leben von diesen Einnahmen. Bademeister sorgen an öffentlichen Stränden für die Sicherheit der Badegäste und warnen diese bei einem heranziehenden Sturm. Der Preis einer funktionierenden Infrastruktur an den Stränden – Pflege und Instandsetzung des Strandes lassen sich viele Gemeinden, die sich als Seebäder oder Kurorte etablieren konnten, in Form einer Kurtaxe bezahlen. Auch wenn die Erfindung der Kurtaxe bereits aus dem 16. Jahrhundert stammt, so sind doch die meisten Strände weltweit noch bis ins 20. Jahrhundert völlig naturbelassen und öffentlich frei zugänglich gewesen.