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Der Strand von Genua

Perrimoon CC BY 2.0

Sollte man des Strandes wegen nach Genua kommen? Nein, lieber nicht! Da gibt es zahlreiche bessere Alternativen. Aber sollte man beim Städtetrip nach Genua einen Besuch am Strand einplanen? Na klar! Für eine Abkühlung im Ligurischen Meer nach dem Stadtbummel bietet Genua zahlreiche Möglichkeiten.

Dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf die Strände im Stadtgebiet von Genua. Wer die Umgebung erkunden möchte und etwas mehr Zeit mitbringt, findet noch viele weitere Strände im Gebiet der Metropolitanstadt Genua (ehemals Provinz Genua) bzw. der Region Ligurien.

Los geht’s direkt östlich des Hafens mit einigen kostenpflichtigen Stränden. Fährt man weiter Richtung Osten, gelangt man zum freien Strand des Stadtteils Boccadasse. Und kurz vor der Stadtgrenze, im Stadtteil Sturla, liegen mit dem Spiaggia di Vernazzola und dem Spiaggia Via del Tritone noch zwei weitere freie Strände.

Erreichbarkeit

Von Deutschland aus ist Genua eines der nächstgelegenen Reiseziele am Mittelmeer. Dort angekommen sind es nur noch wenige Gehminuten zum Strand. Aus diesem Grund bekommt die Destination im Stadtstrand-Ranking der Reiseplattform GoEuro (Beach And The City) ganze 96,5 von 100 möglichen Punkten. Bei der Analyse wurden 100 Städte mit Strandanbindung verglichen. Getestet wurde dabei unter anderem die Erreichbarkeit (Flughafen<->Innenstadt<->Strand), die Beschaffenheit der Strände und das Nachtleben. Gewinner wurde übrigens Alicante, gefolgt von Catania und – wie soll es anders sein – Palma de Mallorca.

Direktflüge nach Genua bietet die Lufthansa von Frankfurt und München aus an. Was die Stadt aber für viele so attraktiv macht – im Gegensatz zu fast allen anderen Mittelmeer-Metropolen kommt man nach Genua auch in angemessener Zeit per Auto. Beispielsweise dauert die Fahrt von Köln aus etwa 10 Stunden. Mit dem Fernbus kommt man noch bequemer hin. Man muss allerdings für die gleiche Strecke etwa 16 Stunden einplanen. Wer in der Schweiz wohnt, ist in etwa 4-5 Std. mit dem Auto am Ziel, ein Katzensprung für ein Wochenendtrip.

Für viele ist Genua auch nur ein Zwischenstopp. Die Stadt ist nämlich einer der größten Kreuzfahrthäfen des Mittelmeers (auf Platz 8 am Passagieraufkommen gemessen). Da liegt es nahe, ein paar Tage dran zu hängen, um sich die Hafenstadt, von der man sagt, sie habe die größte Altstadt Europas, etwas genauer anzusehen. Genua war übrigens im Jahre 2004 Kulturhauptstadt Europas. Und auch ein Bad im Mittelmeer sollte bei keiner Genua-Reise fehlen.

Die Badebedingungen in Genua

In Sachen Badebedingungen lässt sich wenig schön reden. Wer ausgedehnte, feinsandige Stadtstrände, wie in Barcelona, Palma de Mallorca oder Viareggio erwartet, wird schwer enttäuscht. Die Strände in Genua sind eher klein und die Beschaffenheit reicht von dunklem Feinkies bis hin zu dicken, rund-gewaschenen Kieselsteinen. Die Wasserqualität Liguriens wird regelmäßig als eine der besten Italiens angepriesen. Untermauert wird diese Aussage anhand der verhältnismäßig vielen blauen Flaggen, die in der Region verliehen wurden. Hauptgrund für die guten Noten sind die vorbildlich gepflegten Strände Liguriens. Die Wasserqualität hingegen ist, zumindest im Stadtgebiet von Genua, vergleichsweise schlecht. So bekam 2017 auch kein Genueser Strand die begehrte Blaue Flagge.

Strand-Übersichtskarte

Kostenpflichtige Strände

Ein großer Vorteil der kostenpflichtigen Strände Genuas (Bagni) ist der Liegestuhlverleih. Denn auf bloßem Handtuch liegt es sich nur bequem, wenn der Untergrund schön feinsandig ist. An den Kieselstränden Genuas lohnt sich also ein Blick auf die Bagni. Man findet etwa 10 von ihnen entlang des Corso Italia zwischen dem Hafen und Boccadasse. Wie in Italien üblich, zahlt man Eintritt und die meisten Annehmlichkeiten kosten noch einmal extra. So kommt man für 2 Personen mit einem Sonnenschirm und je 1 Liege auf durchschnittlich ca. 36,25 € pro Tag. Es können darüber hinaus aber noch eine ganze Reihe weiterer Services genutzt werden, beispielsweise Pools, Restaurants, Umkleidekabinen, Sportangebote, WC, Duschen und etliche Dinge mehr, wie man sie auch in einem Resort Hotel erwarten würde. Am besten man vergleicht vorab die Webseiten der Betreiber (vgl. offizielle Liste der Bagni Genuas).

Freie Strände

Da die meisten Besucher Genuas vermutlich der Stadt wegen kommen, sind ausgedehnte Strandtage hier wohl eher unüblich. Und für ein kurzes Bad im Meer nach dem Stadtbummel empfiehlt es sich, an einen der freien Strände zu fahren. Eine vollständige Liste der freien Badestellen findet man hier. Die Bezeichnung Strand verdienen in Genua Stadt allerdings nur BoccadasseSpiaggia di Vernazzola und Spiaggia Via del Tritone.

Boccadasse

Vom Stadtzentrum kommend, liegt die erste Bucht, die komplett frei zugänglich ist, am östlichen Ende der Promenade Corso Italia, im Stadtteil Boccadasse. Sie ist gerade einmal 30 m breit und entsprechend eng wird es hier regelmäßig. Allerdings punktet der Strand von Boccadasse auch eher mit seinem Charme als urbaner Fischerstrand mit romantisch-maritimem Flair. Man kommt hierher, um ein paar Fotos zu schießen, ein Eis zu essen oder einen Aperitif in der Abendsonne zu genießen. Vor allem die Einheimischen wissen die Idylle der Spiaggia di Boccadasse zu schätzen und versammeln sich hier gerne.

Auch baden kann man natürlich, vorausgesetzt die Brandung ist nicht zu stark. Wegen der großen Steine kann das Baden bei Wellengang nämlich zu einer Unmöglichkeit werden. Das Wasser ist, wie sonst auch in Genua, eher trüb.

Spiaggia di Vernazzola

Spiaggia di Vernazzola an Weihnachten | María Renée Batlle CC BY-ND 2.0

Zum Baden sollte man an die Spiaggia di Vernazzola fahren. Die sichelförmige Bucht liegt nur ein paar Blocks östlich von Boccadasse im Stadtteil Sturla. Hier ist der Kies deutlich feiner. Mit ca. 150 Metern bietet der Strand auch etwas mehr Platz und man kann problemlos sein Handtuch ausbreiten. Das Beste sind aber die Wellenbrecher, die der ohnehin schon halb geschlossenen Bucht noch einmal zusätzlichen Schutz bieten. So können auch Kinder hier ins Wasser gehen, wenn die Brandung an den anderen Stränden Genuas bereits zu gefährlich ist. Um das i.d.R. nicht ganz saubere Genueser Meerwasser abzuspülen, gibt es eine Dusche.

Spiaggia Via del Tritone

Der größte freie Strand Genuas liegt ebenfalls im Stadtteil Sturla, nur 150 Meter östlich der Spiaggia di Vernazzola. Er ist 300 m lang, Einsamkeit sollte man aber dennoch nicht erwarten. Die Strandbeschaffenheit reicht von grobem Sand bis groben Steinen. Und die Wasserqualität wird noch verschlechtert durch die Flussmündung des Sturla. Dafür gibt’s jede Menge Restaurants in der näheren Umgebung.